Heute so – morgen wieder anders

It’s in and it’s out…
Kennst du das auch?

Da gibt es Tage im Job, da denkt man sich: Ich will das nicht mehr, ich hau alles hin! Und am nächsten Tag ist dann auf einmal alles gar nicht mehr so schlimm und ein „Hm… Irgendwie macht das hier doch eh Spaß“ durch den Kopf. Dann ein paar Tage später wieder ein „Jetzt reicht`s mir, ich reiche die Kündigung ein!“ um kurz darauf wieder zu denken „Ach, irgendwie ist es schon nett mit den Kollegen. Und die Kantine ist auch ganz lecker!“ An einem Tag weißt du zu 100%, dass dieser Job nichts (mehr) für dich ist und am nächsten Tag scheint alles eigentlich recht gut erträglich und du überlegst dir, doch noch eine Weile in deinem Job zu bleiben.

Kommt dir dieses Wechselbad der Gefühle bekannt vor?

Dann erstmal Herzlichen Glückwunsch!
Häh, wie bitte?! Denkst du dir jetzt sicher.

Ja, herzlichen Glückwunsch an dich und ein großes Lob von mir!
Denn du hast offensichtlich die Fähigkeit in dir, auch unangenehme Situationen angenehm zu gestalten. Du hast die Eigenschaft, auch aus bescheidenen Gegebenheiten ein „Hey, das ist eigentlich ganz OK“ zu machen.
Du bist sicher auch jemand, der es schafft, einen tristen Regentag in einen gemütlichen Kinoabend zu verwandeln, aus einem eingefallenen Kuchen ein Schichtdessert zu zaubern und aus einer mißglückten Präsentation doch noch ein Learning zu ziehen.
Das ist eine fantastische Eigenschaft und dafür solltest du dir jetzt mal ordentlich auf die Schulter klopfen. Und dir selbst ins Ohr flüstern, dass du stolz auf dich bist!
Ehrlich jetzt, ich mein das ernst! Also los, lob dich erstmal selbst für diese Eigenschaft!

Aber….
Tja, wenn es da nicht auch ein Aber gäbe.
Und dieses Aber ist der Schweinehund.

Wir Menschen neigen dazu, so lange in Situationen zu verharren, bis der Schuh so drückt, dass wir ihn nicht mehr irgnorieren können. Und dann tut es meist schon so weh, dass wir nicht mehr proaktive Lösungen gestalten, sondern einfach nur noch reagieren. Schnell weg hier, egal wie, egal wohin.

Und im Regelfall kaufen wir uns dann einfach einen neuen Schuh. Vielleicht in einer anderen Farbe und vielleicht mit weniger Absatz, aber einen Schuh. Und wir überlegen nicht, ob wie lieber Flip Flop hätten, Gummistiefel oder einfach barfuß laufen möchten. Und nach ein paar Wochen, Monaten oder Jahren kommen wir darauf, dass auch der neue Schuh drückt.

Weißt du, was ich damit meine?
Im Job ist es oft so, dass wir es uns gut einrichten. Uns an das gemütliche Elend gewöhnen. Die Situaion schönreden. Den Zustand akzeptieren, so wie er ist. Und dabei völlig unsere eigenen Bedürfnisse vergessen. Unsere Träume vergraben. Unsere Wünsche ignorieren.
Hin und wieder kommen die dann wieder an die Oberfläche und wollen sich Gehör verschaffen. Das sind dann die Tage, an denen uns der Job ganz besonders nervt. Aber wir tun nichts, weil es ja „eh ganz ok ist“. Und dann auf einmal bricht alles über uns herein und wir werden zu Veränderungen gezwungen.

Bitte versteh mich nicht falsch!
Ich bin kein Freund davon, hauruck alles zu verändern und jedem zuzureden, möglichst schnell  Job zu kündigen, die Wohnung aufzugeben und das ganze Leben auf den Kopf zu stellen.

Aber ich möchte dich ermutigen, genauer in dich reinzuhören.

Wir haben nur eine begrenzte Anzahl an Tagen in unserem Leben (durschnittlich sind es ungefähr 28.000) und die sollten wir so gestalten, dass es uns gut geht und wir das Leben grundsätzlich schön finden.

Oft verschieben wir unsere Träume und Wünsche so lange bis wir eines Tages nicht mehr anders können, als uns damit auseinander zu setzten. Das passiert dann oft in unangenehmen Situationen. Weil wir ein Burnout haben, oder wir gekündigt werden oder es einfach nicht mehr geht. Und davor sind Monate und Jahre ins Land gezogen, in denen wir schon längst an Alternativen arbeiten hätten können.

Ein Job muss kein Wunschkonzert sein, denn ultimativ ist er dazu da, deine Rechnungen zu bezahlen. Aber, und das ist wichtig: Das Gesamtpaket muss stimmen!
Was mein ich damit: Wenn du hin und wieder Tage hast, die dich nerven, dann ist das völlig normal und gehört dazu. Solange du dich in deinem Job wohlfühlst, die Arbeit Spaß macht und du recht gelassen in die neue Arbeitswoche startest, passt das Gesamtpaket für dich.
Aber wenn sich dieTage häufen an denen du einfach alles hinschmeissen willst und diese Stimme in dir immer lauter wird, dass dieser Job einfach nicht mehr für dich ist, dann solltest du genau hinhören und beginnen zu überlegen, ob du etwas ändern möchtest.

We were not born to pay bills and die_lowresHör also genau hin
Drum bitte ich dich: Hör genau hin, was dir deine innere Stimme sagen will. Finde heraus, ob dir einfach nur Aspekte deiner Arbeitssituation nicht gefallen, oder du grundlegen etwas ändern willst.

Wie kannst du das machen?

Am besten suchst du dir einen ruhigen Ort nimmst du dir ein paar Blatt Papier und fängst zu schreiben an.

Schreib nieder, was dir an deinem aktuellen Job gefällt. Was tut dir gut? Was verschafft dir Freude, wenn du in der Arbeit bist?

Ist es ein interessantes Aufgabengfeld, nette Kollegen, ein kurzer Arbeitsweg, gutes Gehalt?

Schreib alles auf, was postivie Punkte für dich sind. Lass deine Gedanken dabei frei laufen und versucht nicht, das niedergeschrieben zu bewerten.

Und dann nimm dir ein neues Blatt und schreib all das nieder, was dich in deinem Job stört. Wo zieht es dir Energie ab? Was verschafft dir ein unangenehmes Gefühl in der Bauchgegend?

Ein unguter Chef, keine Entwicklungsmöglichkeiten, deine täglichen Aufgaben, die ganze Branche?

Auch hier ist es wichtig, frei zu assoziieren, ohne die Gedanken zu sehr einzuordnen.

So, nun hast du also mal eine Bestandsaufnahme.
Erkennst du hier schon Lösungsansätze?

Vielleicht sind es ja nur kleine Änderungen, die deine Arbeitssituation verbessern würden?

Je nachdem, was du niedergeschrieben hast,  könntest du dir zB das Büro gemütlicher gestalten, deinen Aufgabenbereich verändern oder mehr Gehalt einfordern? Oftmals sind es nur kleine Veränderungen, die eine Situation in einem neuen Licht erscheinen lassen.

Oder aber du fühlst dich in deinem Unternehmen wohl, aber dein Aufgabengebiet ist einfach nicht (mehr) das richtige für dich?

Dann überleg, ob du dich im Unternehmen verändern kannst. Gibt es die Möglichkeit einer Umschulung? Training on the job? Kannst du deine jetztigen Fähigkeiten und Kenntnisse in einem anderen Unternehmenszweig einbringen? Gibt es Zusatzaufgaben, die dir neue Impulse geben bzw. die sich langsam zu einem neuen Aufgabengebiet hinentwickeln könnten (zB dem Betriebsrat anschließen, ein Frauen-Netzwerk gründen, dich im betrieblichen Gesundheitswesen einbringen)?

Oder aber du willst einfach nicht mehr, alles nervt und jeder Arbeitstag ist eine Qual für dich.

Dann nichts wie los ins Abenteuer! Auf zu neuen Ufern und neuen Aufgaben!
Auf dieser Reise begleite ich dich hier auf meiner Seite.

Was ich dir also sagen will
Mir geht es nicht darum, dass jede einzelne Person den Job kündigt und „etwas ganz anderes“ macht. Oftmals reichen kleine Veränderungen, um dem Arbeitsalltag neuen Schwung zu geben.

Aber ich möchte dich dazu ermutigen, genau hinzuhören, wenn sich diese innere Stimme bei dir meldet und dir leise zuflüstert: „Eigentlich möcht ich ganz was anderes machen“. Du hast nur ein Leben, drum macht das Beste draus und überleg dir, wie du deine Träume, Wünsche und Ideen in die Tat umsetzten kannst. Du hast alles, was es dazu braucht und musst nur loslegen!

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