Unglücklich im Job – Wie willst du dich stattdessen fühlen?

Ich sitze auf meinem Bürosessel und möchte schreien, Einfach nur schreien. Mein Bauch krampft sich zusammen und ich habe das Gefühl, keine Luft mehr zu bekommen. Ich fühle mich eingeschlossen, sehe das “echte” Leben da draußen an mir vorbei ziehen, während ich hier drinnen unglücklich Tage und Wochen meines Lebens vergeude. Mit Aufgaben, die ich nicht mehr machen will, mit Gesprächen, die ich nicht mehr führen will, mit der guten Miene zum für mich sinnlosen Spiel, die ich nicht mehr aufsetzten will. Alles in mir sträubt sich gegen das, was ich hier mache. Jedes Meeting, jeder Punkt auf der To Do Liste, jede Minute am Telefon fühlt sich einfach nur falsch an. Sogar Small Talk mit Kollegen ist inzwischen zu einer beinahe unüberwindbaren Hürde geworden, jeder Tag ein Kraftakt, an dem ich mich verstellen muss. Interesse vorheucheln, wo schon längst keines mehr ist. Ich bin unglücklich im Job und ich habe Kündigungsphantasien. Was würde passieren, wenn ich jetzt einfach die Kündigung auf den Tisch schmeißen und gehen würde? Oder morgen einfach nicht mehr ins Büro komme? Wenn ich daran denke, dann kann ich für einen Moment wieder aufatmen.
Ich lege meinen Kopf in die Hände und starre auf den Bildschirm. Mir ist nach heulen zumute. Ich fühle mich hilflos und wütend. Und verzweifelt.
Ich. Kann. Das. Nicht. Mehr! Keine Minute länger, keine Stunde länger, keinen Tag länger.

Aber irgendwie überstehe ich den Tag dann doch wieder. Schleppe mich nach Hause und bin einfach nur noch leer. Schwere Glieder und im Kopf nur noch Matsch. Das ist kein Leben. Und auch wenn ich noch nicht genau weiß, wie es weiter gehen soll, so weiß ich doch ganz genau, dass ich das hier nicht mehr will.

Kennst du das auch? Dann hab ich eine Aufgabe für dich!

Wenn du auf dieser Seite gelandet bist, dann gibt es eine gute Chance, dass du dich zumindest hin und wieder genau so fühlst wie ich. Das dein Job dich unglücklich macht und du einen Ausweg aus dieser Situation suchst.

Darum habe ich heute eine Aufgabe für dich: Ich möchte, dass du die Gefühle identifizierst, die dich unglücklich machen – Und noch wichtiger: Ich möchte, dass du herausfindest, wie du dich eigentlich stattdessen fühlen möchtest.

Also, lass uns loslegen!

Schritt 1: Bestandsaufnahme
Setzt dich an einen ruhigen Ort, entspann dich, atme ein paar mal tief ein und aus.Versetzt dich geistig in einen typischen Arbeitstag und hör genau in dich rein.
Wie fühlst du dich? Was kannst du sehen, spüren, hören? Bist du verärgert, frustriert, verunsichert, unglücklich? Wie fühlt sich dein Körper an? Entspannt? Verkrampft? Müde? Voller Tatendrang? Fällt dir sonst noch etwas auf? Schreibe deine Empfindungen nieder.

Schritt 2: Wunschgefühle identifizieren
Nun hör nochmal tief in dich rein und beginne zu erspüren, wie du dich stattdessen fühlen möchtest. Möchtest du unbeschwert sein? Kompetent? Von Wichtigkeit? Frei, inspiriert, in Kontrolle, Teil einer Gruppe und gemocht?  Welche Gefühle rufen ein warmes Gefühl in dir hervor? Wie fühlt sich dein Körper nun an? Was sagt dein Bauchgefühl und was dein Kopf? Sei dabei ehrlich mit dir und verurteile nicht, falls Gefühle hochkommen, die du so von dir nicht erwartet hast. Lass dich mit Neugierde auf diese Aufgabe ein und vertrau dabei einfach deiner Intuition. Schreibe auch deine Wunschgefühle nieder.

Schluss mit Unglücklich – Vom Opfer zum Gestalter

Nun hast du also deine Wunschgefühle identifiziert. Und damit hast du ein wahnsinniges kraftvolles Werkzeug in deiner Hand. Denn deine Wunschgefühle sind dein Kompass, die dich nun durch sämtliche Entscheidungen leiten werden. Wann immer du dich in einer Situation findest, in der du dich unglücklich fühlst, nicht weißt, was du tun sollst, kannst du dich ganz einfach fragen: “Entspricht das meinen Wunschgefühlen?” Und wenn nicht: “Was kann ich tun, damit ich in dieser Situation meinen Wunschgefühlen näher komme?”

Mit dieser Herangehensweise passieren zwei ganz spannende Dinge: Erstens wirst du dir bewusst, was du eigentlich möchtest und kannst somit gezielt in Richtung deines Wunschlebens arbeiten. Zweitens verwandelst du dich vom Opfer deiner Umstände in jemanden, der die Umstände selbst mitgestalten kann. Wenn du deine Entscheidungen darauf ausrichtest, dass sie deinen Wunschgefühlen entsprechen, so wird sich dein Leben Schritt für Schritt in die Richtung entwickeln, die du dir für dich selbst wünschst.

Wenn du dich mehr mit diesem Thema befassen willst, kann ich dir übrigens Danielle La Portes „The Fire Starter Sessions“ sehr ans Herz legen.

Und wie sieht das bei mir aus?

Wie sehen meine Wunschgefühle aus? Wie möchte ich mich in meinem Job fühlen?

Freude & Motivation
Ich bring es mal auf den Punkt: Ich arbeite in einem Job, der mich absolut nicht erfüllt und mich phasenweise richtig unglücklich macht.
Wie ich mich stattdessen fühlen möchte: Motiviert und voller Freude bei der Arbeit. Ich möchte Aufgaben verrichten, die ich gerne mache und die mich von innen heraus motivieren. Ich möchte an Themen arbeiten, die mir nicht nur Energie abzwacken, sondern auch Energie zurück geben. Und anstelle mich vor dem Morgen zu fürchten, möchte ich mit Freude in den neuen Arbeitstag starten.

Sinnhaftigkeit & Impact
Eine der größten Herausforderungen in meinem Job ist es, dass ich kaum Sinn in meiner Tätigkeit sehe und es sich so anfühlt, als ob mein Einsatz einfach in den großen Weiten der Firma versickert.
Wie ich mich stattdessen fühlen möchte: Ich möchte das Gefühl haben, dass meine Arbeit einen Unterschied macht, das ICH einen Unterschied mache. Ich möchte sehen, wie meine Handlungen Auswirkungen auf das Leben Anderer hat und wahrnehmen, dass mein Einsatz wichtig ist.

Freiheit & Selbstbestimmtheit
Ich arbeite in einem Job, in dem ich mich im Büro körperlich eingesperrt und im Geist blockiert fühle. Und da Freiheit ein zentraler Wert für mich ist, macht mir das ganz schön zu schaffen.
Wie ich mich stattdessen fühlen möchte: Selbstbestimmt und frei. Ich möchte mir meinen Tagesablauf und die Arbeitsinhalte selbst einteilen und eigene Prioritäten setzten. Und ich möchte mich örtlich, körperlich und gedanklich bewegen können, wenn mein Körper und Geist es brauchen und nicht, wann es mir meine Arbeitswoche vorgibt.

Authentizität
Ich bin grundsätzlich jemand, der sich selbst recht treu ist und doch spiele ich in der Arbeit eine Rolle. Ich halte mich an Meetingregeln, beachte die Unternehmenskultur und spreche den Firmenjargon, ziehe “Büroklamotten” an und entwickle “einzigartige Marketingkonzepte” für Produkte, die ich ehrlich gesagt ziemlich austauschbar finde. Ein bisschen Inszenierung also.
Wie ich mich stattdessen fühlen möchte: Ich möchte mich authentisch fühlen, ganz ich selbst sein. Ich möchte ungekünstelt meine Arbeit machen, egal ob in Turnschuhen oder Yogapants. Ich möchte für Produkte einstehen, die mir wirklich etwas bedeuteten und meine Energie in Aufgaben stecken, die sich mit meinen Wert decken. Ich möchte mich unverfälscht, unverbogen und einfach nur wie ich selbst fühlen.

Jetzt bist du an der Reihe. Erzähle mir, was deine Wunschgefühle sind!

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